Tellur / Tellurium

Tellur (52) [Te]

Chemische Formel: Te
Ordnungszahl: 52
Serie: Halbmetalle
Aussehen:
silbrig weiß bis leicht bläulich glänzend
Masseanteil Erdhülle: 0,01 ppm

Aggregatszustand:
fest
Dichte:
6,24 g·cm−3
Schmelzpunkt:
450 °C

Siedepunkt: 990 °C
Mohshärte: 2,25

Molares Volumen: 20,46 · 10−6 m3/mol

Schmelzwärme: 17,5 kJ/mol

Verdampfungswärme: 114 kJ/mol
CAS: 13494-80-9

GHS Gefahrenstoffkennzeichnung:H: 332-317-360-412
P: 201-261-308+313

EU-Gefahrenstoffkennzeichnung:
R:
/
S: /
 
Achtung

Tellur 4N

Tellur Metall (Reinheit: 99,99% Te)

Tellurium metal (purity: 99.99% Te)

 

CAS: 13494-80-9


Wird geliefert in Form von Bruchstücken

348,50 €

348,50 € / kg
  • 1 kg
  • nur noch begrenzte Anzahl vorhanden
  • 1 - 3 Tage Lieferzeit

Geschichte

Tellur wurde erstmals 1782 von dem österreichischen Mineralogen und Chemiker Franz Joseph Müller von Reichenstein (1740–1825) bei Untersuchungen von den Gold-Erzen Nagyagit und Sylvanit entdeckt.

1797 erhielt Martin Heinrich Klaproth (1743–1817) in Berlin Proben der Erze von Müller von Reichenstein. Er bekräftigte die Schlussfolgerungen aus Müller von Reichensteins Untersuchungen und sah genügend Hinweise für die Entdeckung eines neuen Elements. 1798 würdigte Klaproth die Verdienste Müller von Reichensteins in einem Vortrag und schrieb ihm die Entdeckung dieses neuen Elements zu.

Physikalische und Chemische Eigenschaften

Tellur kommt in zwei unterschiedlichen Modifikationen vor. Das metallische Tellur glänzt silbrig und ist relativ weich und sehr spröde. Daher lässt es sich leicht pulverisieren. Beim Erhitzen bis über den Siedepunkt entstehen goldgelber  Tellurdämpfe. Das amorphe, braunschwarze Tellur erhält man, wenn man die Dämpfe an mit flüssiger Luft gekühlten Flächen in Kontakt bringt. Diese Modifikation geht aber bei 25 °C wieder in das metallische Tellur über.

Tellur in kristalliner Form ist ein intrinsischer direkter Halbleiter. Die elektrische Leitfähigkeit lässt sich wie bei allen Halbleitern durch Temperaturerhöhung oder Belichtung steigern, dies führt bei Tellur jedoch nur zu einem geringen Anstieg. Es ist unlöslich in Wasser und schlecht löslich in den Mineralsäuren, Salzsäure, Schwefelsäure und Laugen. Gut löslich ist es hingegen in Salpetersäure.

Verwendung

Tellur dient häufig als Legierungsbestandteil in anderen Metallen, sowie in Kupfer oder in Aluminium zur Erhöhung der Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit, der Härte und der Zähigkeit.
Die Tellur Verbindung Cadmiumtellurid spielt in der Photovoltaik eine wichtige Rolle. Manche Tellurverbindungen dienen zum Färben von Glas und Keramik oder werden als Katalysatoren verwendet. Hochreines Tellur wird in der Halbleitertechnik und in Wärmedetektoren eingesetzt.

 

 

Toxikologie und Gefahren

Tellur ist in löslicher Form ein für den menschlichen Organismus giftiges Element und wurde daher in der Vergangenheit auch als giftig eingestuft. Da das elementare Tellur jedoch nur sehr schlecht in Wasser und körpereigenen Säuren löslich ist, wurde es später auf gesundheitsschädlich herabgestuft. Studien der Niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) zeigten, dass der LD50 (oral)-Wert für Ratten bei > 5000 mg/kg liegt. Der in vielen Sicherheitsdatenblättern angegebene Wert von 83 mg/kg aus dem Buch Toxicometric Parameters of Industrial Toxic Chemicals under single Exposure von N.F. Ismerow, der aus dem Jahr 1982 stammt, gilt nur für leichtlösliche Tellurverbindungen. Trotzdem verwenden verschiedene Hersteller für elementares Tellur (Pulver) weiterhin den alten LD50-Wert und die Einstufung giftig in Verbindung mit dem H-Satz 301 („Giftig beim Verschlucken“).

 

Tellur ist nicht so giftig wie das Selen. Dies steht in Analogie zu den benachbarten Elementen der 5. Hauptgruppe, wo das Antimon ebenfalls weniger giftig als das Arsen ist. Gelangt Tellur vor allem in Form von leichtlöslichen Tellurverbindungen wie Alkalimetall-Tellurate (zum Beispiel Na2TeO3) durch Verschlucken (peroral) in den Körper, bildet sich durch Reduktion giftiges Dimethyltellurid (Me2Te: H3C−Te−CH3), das zur Schädigung von Blut, Leber, Herz und Nieren führen kann. Da leichtlösliche Tellurverbindungen dabei weit mehr Tellur freisetzen, werden diese auch als gefährlicher eingestuft. Tellurvergiftungen machen sich durch einen intensiven, zuerst 1824 von Christian Gottlob Gmelin (bei seinen erstmals vorgenommenen Untersuchungen der Wirkung von Tellur auf Lebewesen) beschriebenen Knoblauchgeruch der Atemluft bemerkbar, der durch das Dimethyltellurid hervorgerufen wird. Dieser entfernt sich erst nach mehreren Wochen und entfaltet sich selbst bei sehr geringen Mengen, die noch keine schwerwiegenden Vergiftungen hervorrufen. Dieser Knoblauchgeruch kann, im Gegensatz zu echtem Knoblauch, nicht durch Zähneputzen entfernt werden. Auch setzt dieser sich in einem Raum fest und entfernt sich erst nach mehreren Stunden. Es wird ebenfalls über die Haut langsam ausgeschieden.

 

Tellurstäube können sich in Luft selbst entzünden und fein verteilt in entsprechender Konzentration auch explosiv reagieren, wobei sich jeweils Tellurdioxid TeO2 bildet. Wie andere Metallstäube kann Tellurpulver auch mit Interhalogenverbindungen wie Brompentafluorid BrF5 explosiv reagieren. Eine Maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK) für Tellur ist nicht festgelegt.